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Einleitung in die Krebstiere

Krebstiere,Crustacea)
sind ein Unterstamm der Mandibelträger, lat Mandibulata die sich in zwei Unterstämme gliedern;
1. den Kiemenatmern, Branchiata= Diantennata,- über 25 000 Arten sind bekanntz.B.: Krebse, Crustacea und
2. den Tracheenatmern, Tracheata mit mehr als 860 000 Arten z.B.: die Klasse der Tausendfüßler, Myrapoda mit über 10 000 Arten und auch die Klasse der Insekten, Insecta und Hexapoda mit über 750 000 Arten auf die ich hier natürlich nicht weiter eingehe...


Der Unterstamm Kiemenatmer allgemein:
Charakteristisch für die Kiemenatmer ist, dass sie rezent als Krebse mit überwiegend zwei Paar Antennen(Diantennata) vertreten sind. Neben zwei Paar Maxillen können Beinpaare, (Kieferfüsse), zusätzlich als Mundwerkzeuge Verwendung finden. Über kiemenähnliche Anhänge der Extremitäten,(Epipodite), oder über die in der Hautduplikatur,(Carapax), gelegenen Kiemen erfolgt die Atmung.
Der Körper der 1 mm bis 60 cm großen Crustaceenbesteht in der Regel aus drei Abschnitten;
- dem Kopfteil, Kopf ( Cephalon, Caput ),
- dem Brustteil, Brust ( Thorax )
- und den Hinterleibsteil, Hinterleib ( Abdomen, Pleon ) mit dem Schwanzstachel oder Schwanzfächer(Telson)

Häufig sind Kopf- und Brustteil miteinander verschmolzen, was dann als Cephalothorax bezeichnet wird. Viele Krebse haben die vom Hinterkopf ausgehende Hautduplikatur,(Carapax und jeden Segment kann Exremitäten tragen. Die typische Crustaceenextremität ist das Spaltbein das entsprechend angeordnet sein kann. Bei allen Arthopoden besteht das Integument aus Chitin in dem Kalk eingelagert ist. Das Exoskelett wird zwischen den Wachstumsphasen eingeschalteten Häutungen als ganzes abgestreift. Das Blutgefäßsystem ist offen, doch können vom Herzen echte Gefäße ausgehen wie z.B. bei den Malacostraca.
Als Exkretionsorgane fungieren im Antennensegment,(Antennendrüse), bzw. im Maxillensegment,(Maxillendrüse), mündende Nephridien.
Neben Komplexaugen treten vielfach unpaare Napliusaugen auf. Statozysten dienen der Schwerkraftperzeption und an den Antennen und Gliedmaßen findet man Chemorezeptoren.

Krebse sind mit Ausnamen mancher Rankenfüßer, z.B. Asseln, getrenntgeschlechtlich und die Furchung der Eier sind überwiegend superfiziell. Neben der meist indirekten Entwicklung, d.h. über verschiedene Larvenstadien, existiert bei manchen Arten auch eine direkte Entwicklung. Einige Crustaceen leben parasitisch oder sie sind Wirte für Parasiten wie z.B. die Copepoden für den Fischbandwurm des Menschen.

Die meisten Krebse findet man freilebend im Meer, im Süsswasser und auf dem Land wie z.B. Krabben und Asseln, wobei die Landasseln völlig unabhängig vom Wasser gewordene Krebse sind und über tracheenähnliche Organe Luftsauerstoff atmen.

Recht häufig werden fossile Überreste von Decapoden ( Zehnfüßige Krebse ) gefunden. Sie besitzen einen kräftigen Panzer ( Carapax ) und spielten schon der Kreidezeit eine wichtige Rolle Mariner Lebensgemeinschaften.



Der Unterstamm der Krebse, (Crustacea).
Der Unterstamm Krebse wird in 10 Klassen unterteilt wobei die Großgruppierung der "Niederen Krebse",Entomostracea, Kleinkrebse von 0,2 bis 20 mm Größe, umstritten ist.
Zu der Klasse der niederen Krebsen,den Entomostraca, gehören u.a. die:
- Klasse der Blattfußkrebse,Phyllopoda, überwiegend im Süßwasserplankton wie z.B. Wasserflöhe,
- Klasse der Ruderfußkrebse,Copepoda, überwiegend freilebende oder parasitische Krebse wie z.B. Ergasilus, Lernea oder Cyclops,
- Klasse der Fischläuse, Branchiura, Fischparasiten,
- Klasse der Rankenfußkrebse, Cirripedia, sessile oder parasitische Krebse gehören. Sie stellen eine sehr heterogene Gruppe dar und deren Verwandtschaftsbeziehungen sind nicht ganz geklärt.

Die Klasse der höheren Krebse, den Malacotraca, faßt, etwa 14.000 Arten, hochentwickelte Krebse zusammen deren Rumpf 8 Thorakal- und 6,(Ausnahme: Leptostaca mit 7), Abdominalsegmente trägt und eine konstante Extremitätenzahl von 19. Das 8te Thorakalsegment trennt stets Thorax und Abdomen. Die weibliche Geschlechtsöffnung liegt im 6 und die männliche im 8 Thorakalsegment. Die Extremitäten des Kopfes werden als Maxillipeden in den Mundbereich einbezogen. Meist umgibt die Hauptduplikatur,dem Carapax, Kopf und Thorax die zum Cephalothorax verschmelzen. Die seitlichen Carapaxfalten des Thorax umschließen die Kiemen,(die Kiemenhöhle). Das Abdomen besitzt 6(7) Paar Abdominalextremitäten, (Schwimmfüße, Eierträger, Kopulationsorgane und Kiementräger). Das letzte Segment, Telson, bildet mit dem letzten Extremitätenpaar,Uropoden, einen Schwanzfächer. Die Fachettenaugen am Kopf sind meist gestielt. Bei den Zehnfußkrebsen befinden sich in der 1. Antennenbasis Statozysten.
Typisch für die Malacostrata ist der mit Chitinleisten und Filtrationseinrichtungen versehene Kaumagen der eine Erweiterung des Vordermagens darstellt. In den Chitinpanzer ist stets Kalk eingelagert.
Die Larve ist die Zoèa, eine Schwimmlarve mit gegliederten Abdomen und Extremitätenanlagen.

Zur Klasse der höheren Krebse, den Malacotraca gehören u.a. die:
- Unterklasse der Eucarida, Carapax mit Brustsegmenten verwachsen,
- Oberklasse der Zehnfußkrebse, Decapoda, Krebse mit 5 Paar Laufbeinen, Stielaugen, konstante Rumpfsegmentzahl zu denen die
- Unterklasse der Schwimmer,Natantia, den Garnelen und
- Unterklasse der Kriecher,Reptantia, den Krabben, Hummer, Langusten, Flußkrebse u.a. gehören.
Weitere sind die
- Unterklasse der Ranzenkrebse,Peracarida, Carapax fehlend oder wenn vorhanden nicht vollständig mit den Brustsegmenten verwachsen die sich nochmals in
- Assel,Isopoda, wasser und landlebende oder parasitische Krebse ohne Carapax wie z. B. die Mauerassel und den
- Flohkrebsen,Amphpoda, wasserlebende Krebse mit vorderen Schwimm- und hinteren Springpleopoden, z.B. Gammarus teilt.


Wo kommen Flußkrebse vor ?
Flußkrebse kommen hauptsächlich in Europa, Nordamerika und Australien vor.
Alle europäischen Arten gehören der Familie der Astacidae an.
Der Edelkrebs, Astacus astacus,
der Steinkrebs, Austropotamobius torrentium und
der Dohlenkrebs, Austropotamobius pallipes, sind unsere heimischen Arten.

Andere bei uns vorkommende Arten:
Kamberkrebs, Orconectes limosus
Kalikokrebs, Orconectes immunis
Galizischer Sumpfkrebs, Astacus leptodactylus
Signalkrebs, Pacifastacus leniusculus
Roter Amerikanischer Krebs, Procambarus clarkii
Wollhandkrabbe, Eriocheir sinensis

Der Galizische Sumpfkrebs wurde aus dem östlichen Europa und Vorderasien bei uns eingeführt.
In Nordamerika kommen die beiden Familien Cambaridae und Astacidae vor.
Der Kamberkrebs, der schon im letzten Jahrhundert bei uns eingeführt wurde und viele Flüße, Kanäle und einige Seen besiedelt, und der Signalkrebs sind von dort, diese Art wurde von einigen Züchtern importiert.
Die Parastacidae schließlich kommen in Australien vor.


Wie ist es um die einheimischen Krebsen bestellt ?
Der Edelkrebs war früher in Europa weit verbreitet. Durch die eingeschleppte Krebspest ist er aber in vielen Regionen verschwunden. Zusätzlich wurden durch die Wasserverschmutzung und die Begradigung der Gewässer zahlreiche Populationen an den Rand des Existenzminimums gedrängt. Außerdem kümmerte sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum jemand um einheimische Krebse. Wie ist es sonst zu erklären, daß erst vor wenigen Jahren in Baden-Württenberg der Dohlenkrebs an verschiedenen Standorten neu entdeckt worden ist ? Die wenigen Kartierungsarbeiten in einigen Bundesländern haben jedoch gezeigt, daß Edelkrebse noch in zahlreichen Gewässern vorkommen und der Steinkrebs in vielen Fließgewässern noch gute Bestände aufweist.

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Der Edelkrebs, Astacus astacus   
Der Steinkrebs, Austropotamobius torrentium ...  
Der Dohlenkrebs, Austropotamobius pallipes...  
Der rote amerikanische Sumpfkrebs, Procambarus clarkii...  
Der Signalkrebs, Pacifastacus leniusculus...  
Der Kalikokrebs, Orconectes immunis  
Galizischer Sumpfkrebs, Astacus leptodactylus   
Der amerikanische Krebs, Oronectes limosus ...  
Die Wollhandkrabbe, Eriocheir sinensis   
Krebskrankheiten  
Aufruf zum Schutz der einheimischen Flußkrebsarten vor der Ge...  
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Veröffentlicht am Sonntag, den 19. August, 2001 - 18:28:   Beitrag editieren Schnellansicht Beitrag drucken    Beitrag verschieben (Nur für Moderatoren)

Folgend die Anatomie in Bildern, erklärend zum Text:

Die Anatomie eines Krebses (nach Vogel und Angermann):
,Die Anatomie eines Krebses
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Veröffentlicht am Sonntag, den 19. August, 2001 - 18:31:   Beitrag editieren Schnellansicht Beitrag drucken    Beitrag verschieben (Nur für Moderatoren)

Die Anatomie eines Flußkrebses (nach Renner):
,Die Anatomie eines Flußkrebses nach Renner
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Die Extremitäten eines Flußkrebses (nach Renner):
,Die Extremitäten eines Flußkrebses
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Veröffentlicht am Sonntag, den 19. August, 2001 - 18:35:   Beitrag editieren Schnellansicht Beitrag drucken    Beitrag verschieben (Nur für Moderatoren)

Der Grundtyp eines Spaltbeines (nach Vogel und Angermann)
,Grundtyp eines Spaltbeines

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